Fokusiert auf den Atem

Liebe Julia,
mein großer Traum von einer natürlichen Geburt hat geklappt. Ich war tatsächlich im St. Gertrauden und wurde dort großartig begleitet!
Dank Deiner Bemühungen im Vorfeld, konnte ich mich unter der Geburt voll und ganz auf mich konzentrieren und in den Pausen bis zum Schluss entspannen. Ich habe unter der Geburt weder die Affirmationen noch meine Trance hören können, dafür ging alles viel zu schnell aber das dauerhafte Training hat mich perfekt vorbereitet

Ich war an dem Tag absolut tiefen entspannt.ich hab nicht mehr auf ihn gewartet, es war mir wurscht, es gab ja jetzt einen Plan mit dem KH. Einfach nochmal alles gemacht worauf wir Lust hatten.

Am Abend setzen die üblichen 5min Abstandswehen ein. Dennoch waren sie etwas intensiver, aber nicht der Rede wert.

Um 02:08 Werde ich von einer intensiven und langen Wehe wach. Huch, was war das? Aufgestanden und in mich rein gespürt. Ja, das war definitiv eine richtige Wehe. Ich ins Wohnzimmer und gewartet. Kommt nochmal so eine?

Ja, sie kam! Und wisst ihr was? Ich habe gestrahlt und es genossen! Keine Darmkrämpfe wie beim ersten mal, keine Angst sondern eine Welle, die durch meinen Körper ging. Ich konzentrierte mich nur auf mich und meine Atmung. Es war fantastisch. Die ersten Sekunden stieg die welle bis zur Brust hoch, mir wurde warm und ich hatte Zeit mich zu fokussieren, dann kam der lange Teil bei dem der Druck nach unten ging. Ich begann mein Mantra und meine Atmung. Dann ebbte sie ab. Wahnsinn! Dann weckte ich meinen Mann und sagte dass ich meiner Mutter sage sie soll ins KH kommen und dass wir uns dort treffen zur Übergabe unserer Tochter.

Meine Mutter sich um 2.30h auf den Weg.Ich ging in die Wanne. Zack Abstand 6min. Ich komme aus der Wanne raus zack 3min. Ohje Ohje. Da dachte ich ganz kurz über eine Geburt in der Badewanne nach. Aber ich ließ mich nicht beirren. Ich atmete und fokussierte mich.

Um 3.45h war meine Mutter endlich da. Ich veratmete bereits auf dem Boden im 4-Füßler. Ab ins Auto, Gott sei Dank war es nachts.

15min später waren wir im Krankenhaus. Ich redete die Fahrt über innerlich mit meinem Bauchzwerg und erklärte ihm, dass er die nächsten Wehen bitte etwas erträglicher macht, weil ich ja schlecht auf dem Boden Knien konnte.

4:00h angekommen, Wehen sofort wieder richtig knackig. Rollstuhl geschnappt und mein Mann hat mich einmal quer durchs Krankenhaus gekarrt.

4:10h aufs Kreißbett, 6cm weiterhin 3min Abstand.

Mein Mann parkt das Auto um, als er wieder da war voll eröffnet .

Die Hebamme rief die Ärztin “Kommst Du bitte zur Geburt?”

Ich denke so, hä? Wie jetzt?

Und in dem Moment ich denke so 4:20h spürte ich die erste Presswehe!

Holla die Waldfee. Das war krass intensiv, aber echt der Wahnsinn.

Ich lag auf dem Rücken allerdings fast aufrecht sitzend. Ich dachte kurz darüber nach, dass das doch ungünstig sei, aber ich wusste in dem Moment zu 100% dass es richtig ist. Ich hätte nicht stehen oder hocken können.

Ich bekam Beinschalen, die Ärztin kam. Die beiden waren ein Hammer-Team.

Ich erklärte ganz kurz nochmal meine Vorgeschichte (sekundärer Kaiserschnitt nach pathologischem CTG) und man spürte total, dass die beiden so richtig Bock hatten, heute das Kind mit mir auf die Welt zu bringen.

Sie leiteten mich an, erklärten mir alles und motivierten Mich pausenlos. Ich war immer noch voll fokussiert auf meine Atmung.

Und ich hatte nach wie vor 3min Abstände was perfekt war. Ich konnte die voll nutzen und mich immer einmal komplett entspannen. Ich hätte das nie für möglich gehalten. Ich dachte man kann doch nicht in 3min Kraft sammeln??? Doch das geht!

Und so machte ich mein Ding und alle unterstützten mich.

Mein Mann wusste, dass ich unbedingt den Kopf berühren wollte als Motivationskick. Er schaute mich in einer Pause an und sagte, denk an den Kopf und ich erklärte es der Ärztin.

“na Logo! Das machen wir” und in der nächsten Presswehe nahm sie meine Hand und ich fühlte den kopf. Mir liefen die Tränen. Ich dachte “oh mein Gott, Du erlebst es wirklich” (ich hätte das dank Hypno-Birthing immer wieder visualisiert)

In der nächsten Presswehen, der einzigen bei der ich plötzlich schrie, war der Kopf geboren… was für ein unfassbar krasses Gefühl.

Danach sollte ich nur atmen und nicht mehr schieben und der Körper war geboren. Es war 05.08h

Ich hatte weder Zugang noch Schmerzmittel, dafür war keine Zeit.

Um 8h kam unsere Tochter ins Krankenhaus. Um 11h ließen wir uns gegen ärztlichen Rat entlassen und um 12h lagen wir zu Hause im Bett und Kuscheltem.

Ich danke dir von Herzen! Hypnobirthing geburtsvorbereitung berlin hypnose natürlich gebären julia kamphausen